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Autor Thema: Die Medien schießen sich mal wieder ein...  (Gelesen 647 mal)
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bewett
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« am: August 15, 2006, 08:34:18 »

Die Medien schießen sich mal wieder ein.
Es ist allerdings kein geringerer als der deutsche Vorzeigeschriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass.
Die Fakten kennt sicher schon jeder, nämlich, dass Grass jetzt damit rausrückte Angehöriger der Waffen-SS gewesen zu sein.
Ich persönlich habe kein Problem damit, denn die einberufenen jungen Männer hatten zumindest in der Endphase des Krieges keinen Einfluss auf die Wahl der Waffengattung.
Das Delikate am Fall Grass ist allerdings sein linker "Glorienschein". Immer wenn es galt über andere zu richten war er dabei (z.B. Kohl in Bitburg).
Nun ist er selber zur Zielscheibe geworden indem er seine eigenen Ansprüche verletzte.
Nicht dass er ungewollt der Waffen-SS angehörte kann man ihm zum Vorwurf machen, sondern dass er Jahrzehntelang den Mantel des Schweigen darüber gebreitet hat.
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mirkowe
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« Antworten #1 am: August 15, 2006, 09:34:25 »

Seine Mitgliedschaft in der SS-Panzerdivision "Frundsberg" ist geschenkt. Als Nachgeborener kann man sich die Zeit eh' kaum vorstellen und sollte daher das Maul halten. Daß er nach dem Krieg bei allen Gelegenheiten den Mund aufgerissen hat, um damit seine eigene "Schuld" ein wenig auf andere zu übertragen, kann man ihm vorwerfen. Aber da ist er nicht allein: Walter Jens (...ich weiß gar nicht wie ich in die NSDAP aufgenommen wurde...) oder Richard von Weizsäcker (...mein Vater war ja bloß Staatssekretär unter Hitler...)... Was soll's? Und die Moral von der G'schicht? Hüte Dich vor Moralisten!
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Anett
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« Antworten #2 am: August 15, 2006, 11:50:40 »

Wie auch immer...auf jeden Fall ein geschickt gewählter Zeitpunkt...geht hier tatsächlich um die Wahrheit und das was oder wer er war??? Für mich sieht das nach einer perfekt geplanten Marketingstrategie aus, und es kam, wie es kommen mußte... Die Medien haben Blut geleckt und stürzen sich auf ihre Beute. Kauft mal alle schön die Lebensgeschichte von Herrn G. Was soll man sich darüber noch aufregen. "...denn sie wußten nicht, was sie tun"...bla bla bla. Mir geht das doch am A**** vorbei. Schönen Tag noch  Laughing
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« Antworten #3 am: August 15, 2006, 12:41:15 »

Ob diese Geschichte so überhaupt wahr ist, darf bezweifelt werden. Ich halte es eher für eine PR-Aktion um den Verkauf des neuen Buches anzukurbeln.

Laut Aussage von Grass ist er 2 Monate vor Kriegsende zur Waffen-SS einberufen worden. Wenn das wirklich stimmt, kann man davon ausgehen, dass er da sowieso keine andere Wahl hatte. Diese Formation (SS-Pz.-Div. "Frundsberg") war 1945 ein Frontverband, der (zum Zeitpunkt der Einberufung) der 9. Armee der Deutschen Wehrmacht (in der Heeresgruppe Weichsel) unterstellt war und an der Oder gestanden hat. Erst im Mai 1945 kamen die Divisionsreste zur 4. Panzerarmee (in der Heeresgruppe Mitte) nach Dresden (dort lag allerdings nur der Divisionsstab).
Wenn Grass also 2 Monate vor Kriegsende (also Anfang März 1945) eingezogen worden ist und dann in Dresden, so ist ziemlich sicher davon auszugehen, dass er kaum eine Möglichkeit hatte, in diesem Zeitraum an irgendwelchen verbrecherischen Aktivitäten beteiligt zu sein.
Ich gehe mal eher davon aus, dass er als 17-jähriger in Dresden zum "Zivilschutz" (Aufräum- und Sicherungsarbeiten nach dem 13. Februar) herangezogen wurde. Das kann durchaus unter dem Kommando einer SS-Einheit gewesen sein.

Mich würde vielmehr die Geschichte interessieren, wie er als angeblicher Angehöriger einer Waffen-SS-Panzerdivision (die kurz vor Kriegsende bei Schönau vor den Russen kapituliert hat) der russischen Gefangenschaft entgangen ist...Wo er doch laut seiner Biografie bis 1946 in amerikanischer Gefangenschaft war?

 
 
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« Antworten #4 am: August 15, 2006, 14:23:51 »

Mich würde vielmehr die Geschichte interessieren, wie er als angeblicher Angehöriger einer Waffen-SS-Panzerdivision (die kurz vor Kriegsende bei Schönau vor den Russen kapituliert hat) der russischen Gefangenschaft entgangen ist...Wo er doch laut seiner Biografie bis 1946 in amerikanischer Gefangenschaft war?

Dann hat er vielleicht vorher gelogen. Oder jetzt? Oder er hat "Erinnerungslücken"? Angeblich wurde er am 20. April 1945 im Raum Cottbus verwundet. Es könnte ja sein, daß er seine Uniform mit der eines Flakhelfers getauscht hat. Für Tätowierungen hatte man wohl bei der "Spätlese" in der SS keine Zeit mehr... Und schon stimmt die Geschichte wieder. Fast...denn bis über die Elbe zu den Amis war es noch ein Stück...  Wink
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